Martha von Bethanien

Namenstage: Martha

Funktion: Heilige, Schwester des Lazarus und der Maria von Bethanien, Jüngerin Jesu

Gedenktag: 29. Juli

orthodoxe Ostkirchen 4. Juni

Patronat: der nach ihr benannten Ordensgemeinschaften; der Häuslichkeit, der Hausfrauen, Hausangestellten, Pfarrhaushälterinnen, Köchinnen, Senner und Sennerinnen, Wäscherinnen, Arbeiterinnen, Gastwirte, Krankenhausverwalter, Hotelangestellten und Hoteliers, Bildhauer, Maler, der Sterbenden; gegen Blutungen

Martha war die ältere Schwester des Lazarus (Heilger) und der Maria von Bethanien (Heiliger) und wohnte mit diesen in der Nähe von Jerusalem. Sie gehörten zum engeren Freundeskreis von Jesus (Johannesevangelium 11, 5) und wurden von ihm öfters besucht. Bei diesen Gelegenheiten bewirtete Martha den Heiland (Lukasevangelium 10,40), was ihre Schirmherrschaft über die häuslichen Angelegenheiten erklärt. Als Lazarus starb, war sie es, die Jesus um Hilfe bat und sich zu ihrem Glauben an ihn als den Sohn Gottes bekannte (Joh. 11, 17–44). Sie führte ihn zum Grab ihres Bruders, wo Jesus diesen wieder zum Leben erweckte. Über ihren weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Legenden beschreiben, wie Martha mit ihren Geschwistern und Maria Magdalena (Heilige) von Christenfeinden in einem steuerlosen Boot ausgesetzt wurde, das an die Mittelmeerküste beim späteren Marseille trieb. Dort soll sie an der Rhône (im heutigen Tarascon zwischen Avignon und Arles) mit Gleichgesinnten ein Kloster gegründet und bis zu ihrem Tod noch rund 30 Jahre gelebt haben. Reliquien der Heiligen Martha werden heute außer in der im 12. Jahrhundert über ihrem angeblichen Grab in Tarascon gebauten Kirche Sainte Marthe auch in der St.-Martha-Kirche in Nürnberg verehrt.

Darstellung: als geschäftige Hausfrau

Attribute: Kochlöffel, Schlüsselbund (Häuslichkeit), Weihwasserkessel (womit sie der Legende nach einen Drachen bändigte)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010