besonders verehrt im Elsass und im gesamten Frankreich sowie im schweizerischen Einsiedeln
Adelheid kam 931 als Tochter Rudolfs II. von Burgund und Berthas, der Tochter Herzog Burchards von Schwaben, zur Welt und wurde mit 16 Jahren mit König Lothar II. von Italien verheiratet, der jedoch 950 vergiftet wurde. Der mutmaßliche Auftraggeber des Mordes, Herzog Berengar, erhob sich zum König von Italien und wollte Adelheid mit seinem Sohn Adalbert vermählen. Als sie sich weigerte, setzte er sie und ihr Töchterchen Emma (wurde später die Frau von Frankenkönig Lothar; starb um 985) am Gardasee gefangen. Mit Hilfe eines Priesters entkam sie zu Herzog Uzzo nach Canossa und heiratete an Weihnachten 951 in Pavia den deutschen König Otto I. (der Große), der Berengar wieder entmachtete. An seiner Seite wurde Adelheid im Jahre 962 in Rom von Papst Johannes XII. zur Kaiserin gekrönt. Nach dem Tod des Gatten 973 fungierte sie als kluge Beraterin ihres Sohnes Otto II. (geb. 955). Doch ihre ehrgeizige Schwiegertochter, die byzantinische Prinzessin Theophano, brachte Otto dazu, die eigene Mutter zu verstoßen. Erst 983, kurz vor seinem Tod, versöhnte er sich mit ihr. Adelheid übernahm für ihren erst dreijährigen Enkel, König Otto III. (ab 996 Kaiser), die Regentschaft in Italien und nach dem Tod Theophanos 991 zusammen mit Erzbischof Willigis von Mainz auch in Deutschland. 994 jedoch, als Otto volljährig geworden war, zog sie sich in das von ihr 982 gegründete Benediktinerdoppelkloster Selz am Rhein im Elsass (bei Straßburg) zurück, von wo aus sie weitere Klostergründungen und die Missionierung Norddeutschlands sowie die von der Benediktinerabtei Cluny (Burgund, Ostfrankreich, nördlich von Lyon) ausgehenden Reformbestrebungen förderte und wo sie am 16. Dezember 999 in einem für die damalige Zeit ungewöhnlich hohen Alter von 68 Jahren starb – zehn Monate nach ihrer Tochter Mathilde, die Äbtissin im Kloster Quedlinburg war. Schon bald nach ihrem Tod wurde Adelheid im Elsass als Heilige verehrt und ihr Grab in Selz wurde zum Wallfahrtsort. Die offizielle Heiligsprechung der »kaiserlichsten aller Kaiserinnen«, wie Adelheid von vielen genannt wurde, erfolgte im Jahre 1097 durch Papst Urban II. (Seliger).
Adelheid prägte das mittelalterliche Bild von der frommen und mildtätigen, schönen und gebildeten Fürstendame. Mit vielen Fürstenhäusern verwandtschaftlich verbunden, war die politisch aktive »Mutter der Königreiche« eine der bedeutendsten Frauengestalten ihrer Zeit. Ihrem Einfluss ist es zuzuschreiben, dass die Kirche unter Kaiser Otto I. eine solch gefestigte Stellung erlangte.
Darstellung: in fürstlicher Kleidung
Attribute: Krone, Zepter, Buch, Almosen, Kirchenmodell von Selz oder ein kleines Boot (steht für ihre Flucht aus der Gefangenschaft am Gardasee)

Quelle: Herder-Verlag
