Bad Rappenau. Mit einem feierlichen und zugleich sehr emotionalen Gottesdienst hat die katholische Kirchengemeinde Kraichgau am Freitagabend (24. Juli 2026) Abschied von Pater Piotr Flögel genommen. Zahlreiche Gläubige waren um 18.30 Uhr in die katholische Kirche in Bad Rappenau gekommen, um dem beliebten Ordenspriester für seinen zweijährigen Dienst zu danken und ihn mit Gottes Segen auf seinen weiteren Weg nach München zu verabschieden.
Fröhlicher und bewegender Abschied für Pater Piotr Flögel – Dankbarer Gottesdienst in Bad Rappenau
27.07.2026 |
Dem Gottesdienst standen der Leitende Pfarrer Tobias Streit als Hauptzelebrant sowie Pater Piotr Flögel vor. Konzelebriert wurde die Eucharistiefier von Pfarrer i. R. Peter Malejka, Kooperator Thomas Mathew und dem stellvertretenden Pfarrer Lukas Biermayer.
Bereits zu Beginn war spürbar, dass dieser Gottesdienst weit mehr als eine offizielle Verabschiedung war. Viele Gemeindemitglieder, Wegbegleiter und Freunde waren gekommen, um ihre Verbundenheit und ihre Dankbarkeit gegenüber Pater Flögel zum Ausdruck zu bringen. In den vergangenen zwei Jahren hat er die damalige Seelsorgeeinheit Bad Rappenau-Obergimpern und seit Anfang dieses Jahres auch die neue Kirchengemeinde Kraichgau mit seiner herzlichen Art, seiner tiefen Spiritualität und seinem priesterlichen Dienst nachhaltig geprägt.
Musikalisch wurde die Feier vom Chor Cordialis eindrucksvoll gestaltet. Neben festlichen Kirchenliedern erklangen auch mehrere polnische Gesänge, die viele Gottesdienstbesucher tief bewegten und die enge Verbundenheit Pater Piotrs mit der polnischen Gemeinde eindrucksvoll unterstrichen.
Auch das Gemeindeteam sprach dem scheidenden Priester seinen herzlichen Dank aus und würdigte seinen unermüdlichen Einsatz, seine Nähe zu den Menschen und sein glaubwürdiges Zeugnis des Glaubens.
In seiner Predigt stellte Pfarrer Tobias Streit den Gedenktag des heiligen Christophorus in den Mittelpunkt. Christophorus, der Christus durch einen gefährlichen Fluss getragen habe, sei Sinnbild dafür, dass jeder Christ berufen sei, Christus in die Welt zu tragen. Dieses Bild verbinde sich in besonderer Weise mit dem priesterlichen Wirken von Pater Piotr Flögel.
Besonders persönlich wurden die Worte des leitenden Pfarrers, als er offen über seine Traurigkeit sprach: „Ich bin traurig. Nicht ein bisschen. Sondern wirklich traurig. Als vor wenigen Wochen die Nachricht kam, dass Piotr unsere Kirchengemeinde verlassen muss und nach München versetzt wird, war das für mich ein richtiger Stich ins Herz.“
Mit großer Wertschätzung blickte Tobias Streit auf das gemeinsame Miteinander zurück und würdigte seinen Mitbruder als einen Menschen, der seinen Glauben nicht nur verkünde, sondern ihn aus tiefstem Herzen lebe.
„Du bist für mich ein Vorbild. Nicht, weil du alles perfekt machst, sondern weil man dir abnimmt, dass du das lebst, was du verkündigst. Bei dir merkt man: Da ist jemand, der mit Gott lebt.“
Besonders hob er die tiefe Marienfrömmigkeit Pater Piotrs, seine Verbundenheit mit der Schönstatt-Bewegung und seine große Liebe zur Kirche hervor. Für viele polnische Gläubige sei er weit mehr gewesen als ein Priester – er sei für sie ein Stück Heimat im Kraichgau geworden.
Zum Ende der Predigt richtete Tobias Streit sehr persönliche Worte an seinen Mitbruder:
„Vergiss uns nicht. Vergiss den Kraichgau nicht. Vergiss unser Seelsorgeteam nicht. Und vergiss auch mich nicht. Denn ich werde dich ganz sicher nicht vergessen.“
Nach dem Schlussgebet sprach Pfarrer Streit Pater Piotr einen bewegenden Reisesegen zu. Er stellte ihn unter den Schutz des heiligen Christophorus, der Gottesmutter Maria und aller Heiligen und wünschte ihm für seinen neuen Lebens- und Wirkungsort Gottes reichen Segen.
Im Anschluss an den Gottesdienst lud das Gemeindeteam Bad Rappenau zu einem Empfang in den Gemeindesaal ein. Bei Getränken und einem kleinen Imbiss nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, sich persönlich von Pater Piotr Flögel zu verabschieden, Erinnerungen auszutauschen und ihm ihre guten Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg zu geben.
Im Rahmen des Empfangs richteten auch Gemeindereferent Daniel Kühner, Pastoralreferentin Monika Haas sowie Gemeindereferentin Cornelia Huber persönliche Dankesworte an den scheidenden Priester. Sie würdigten seinen engagierten seelsorglichen Dienst, seine herzliche Art und seine große Verbundenheit mit den Menschen. Gemeinsam brachten sie ihre Dankbarkeit für die vergangenen zwei Jahre zum Ausdruck und wünschten ihm für seine neue Aufgabe in München Gottes reichen Segen.
Die vielen persönlichen Gespräche, herzlichen Umarmungen und bewegenden Begegnungen machten deutlich, wie sehr Pater Piotr Flögel den Menschen ans Herz gewachsen ist. Sein Weg führt ihn nun nach München, doch die Spuren, die er im Kraichgau hinterlassen hat, werden bleiben.
Die Kirchengemeinde Kraichgau verabschiedete an diesem Abend nicht nur einen engagierten Priester, sondern einen Mitbruder, Seelsorger und Freund, der mit seiner Menschlichkeit, seiner tiefen Glaubensüberzeugung und seiner Liebe zu den Menschen das Leben vieler bereichert hat. Entsprechend groß war die Dankbarkeit – und ebenso groß die Hoffnung auf ein Wiedersehen.


